Montenegro
1. Auf einen Blick - Ökonomische und demographische Situation in Montenegro
Mit einer Fläche von lediglich 13.812 km² und einer Einwohnerzahl von nur 627.000 montenegrinischen Staatsbürgern ist das kleine Land Montenegro dennoch ein Land der Superlative.
Es hat die tiefste Schlucht Europas - nur der Grand Canyon in USA ist tiefer -, den südlichsten Fjord und mit dem Skutari-See den größten See des Balkans. Dazu kommt ein wunderschönes Stück der Adriaküste mit malerischen Buchten und vorgelagerten kleinen Inseln. Schon jetzt wird Montenegro die Perle an der Adria genannt. Sanfte Hügel, steile Berge, stille Buchten, kilometerlange Strände und malerische Küstenorte mit historischen Altstädten zeichnen dieses Land aus.
Durch die Kriegswirren in Alt-Jugoslawien, die vor fast 20 Jahren begannen, hat man dieses Land nahezu vergessen. Obwohl dort keinerlei Kriegshandlungen stattfanden, wurde der Bereich durch das verhängte Embargo doch schwer geschädigt und die Wirtschaft sowie der Tourismus nahezu zum Stillstand gebracht. Dieses soll sich nun gravierend ändern.
Da das Land nur über wenige andere Ressourcen verfügt, darüber hinaus jedoch außerordentlich viele natürliche und landschaftliche Reize besitzt, soll hier der Tourismus in weitem Umfang gefördert werden. Vor dem Krieg in Alt-Jugoslawien wurde Montenegro zusammen mit Kroatien gern als Billig-Urlaubsland von Westeuropäern gewählt. Auch hier soll - zumindest was Montenegro betrifft - ein Wandel stattfinden.
Heute schon sieht man im Straßenbild viele Luxusautos sowie in den noch aus früheren Zeiten stammenden Marinas zahlreiche große - teilweise Megajachten. In diesem Land kann das gesamte touristische Spektrum vom Normal-Urlaub für Familien bis zum Luxusurlaub angeboten werden; von Trekkingtouren und Skifahren in den Bergen und Ferien am Skutarisee bis zum Bade- und Wassersporturlaub am Meer. Auch die Golfer können hier ihr neues Paradies sowohl im gebirgigen Landesinneren als auch an der Küste finden.
Einige Tourismusexperten prognostizieren Montenegro, das Monaco von morgen zu werden.
An der Infrastruktur wird kräftig gearbeitet. Die vorhandenen Straßen werden ausgebaut und verbreitert. Die neue Autobahn ist geplant und wird in Kürze begonnen. Die beiden Flughäfen Podgorica und Tivat werden vergrößert, wobei hier auch der Flughafen in Dubrovnik/Kroatien noch zur Verfügung steht. Der Ausbau der Versorgung mit Wasser und Strom wird mit Hochdruck voran getrieben.
Jeder in Montenegro – von der höchsten Regierungsspitze bis zum kleinsten Beamten in den Behörden – weiß, dass das Land den Anschluss an die internationale Entwicklung finden muss. Daher stehen behördlicherseits keinerlei Hürden im Weg. Genehmigungen werden in kürzester Frist – teilweise sogar am selben Tag - erteilt.
Weitere Vorteile, in Montenegro zu investieren, ergeben sich dadurch, dass das Land eine stabile demokratische Regierung hat und als einziges Land außerhalb der EU über den Euro als Landeswährung verfügt. In diesem Jahr wurde der Antrag auf den EU-Beitritt gestellt.
Landessprache ist Serbisch/Montenegrinisch, das sowohl in lateinischer als auch in kyrillischer Schrift geschrieben wird. Albanisch ist überwiegend in Siedlungsgebiet dieser Volksgruppe im Süden des Landes vertreten. Das multikulturelle in Montenegro zeigt sich auch an den Schulen, in denen die albanische Sprache gleichberechtigt neben der serbischen steht.
75% der Bewohner von Montenegro sind serbisch-orthodox, 3,5% Römisch-katholisch und 15% moslemisch, der Rest macht keine Angaben.
Die Bevölkerungsentwicklung stagniert mit -1%.
Regierung
Am 10. September 2006 fanden die ersten Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeitserklärung statt, die die von der sozialdemokratischen DPS geführte Koalition von DPS für sich entscheiden konnte.
Die eher nach Serbien ausgerichteten Parteien bilden die Opposition.
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 70 %.
Am 19. Oktober 2007 wurde erstmals seit 1905 wieder eine Verfassung für einen unabhängigen montenegrischen Staat beschlossen und drei Tage darauf feierlich verkündet. Ihr Beschluss war einer der wichtigsten Punkte, die dem Balkanstaat von europäischer Seite für eine weiterführende Integration in die euro-atlantischen Strukturen auferlegt worden war. Sie regelt nicht nur den Gebrauch der Amtssprachen, sondern entflechtet auch die Probleme um die doppelte Staatszugehörigkeit zu Montenegro und Serbien.
Am 6. April 2008 fanden die ersten Präsidentschaftswahlen seit der Unabhängigkeit statt. Wahlsieger wurde der bisherige Amtsinhaber Filip Vujanović.
Die Regierung strebt den Eintritt in die europäische Gemeinschaft unter den Beitritt zur NATO an. Das europäische Rechtssystem wird mit Nachdruck umgesetzt.
Rechts- und Verwaltungssystem
In Montenegro gilt weiterhin das (novellierte) ehemalige jugoslawische Bundesrecht. Es existiert kein eigenes Zivilgesetzbuch. Die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften sind über verschiedene Einzelgesetze verstreut. Die Anpassung an europäische Standards wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Rechtssicherheit ist nur teilweise gewährleistet.
Grundzüge des Gesellschaftsrechtes
Ausländische Investoren sind einheimischen gleichgestellt und können Gesellschaften unter anderem in der Rechtsform von GmbH und AG errichten. Gesellschaften müssen registriert werden.
Rechtsform | Montenegrinische Bezeichnung |
Aktiengesellschaft | Akcionarsko drutvo (a.d.) |
Gesellschaft mit beschränkter Haftung | Drutvo s ogranienom odgovornou (d.o.o.) |
Kommanditgesellschaft | Komanditno drutvo (k.d.) |
Offene Handelsgesellschaft | Ortako drutvo (o.d.) |
Gesellschaft bürgerlichen Rechts | Derzeit keine Information verfügbar. |
Einzelunternehmen | Derzeit keine Information verfügbar. |
Tochtergesellschaft, Zweigniederlassung | Derzeit keine Information verfügbar. |
Aktiengesellschaft (AG)
Eine AG kann in Montenegro von mindestens zwei Personen gegründet werden. Das Mindestkapital beträgt 25.000,- EUR, die Eintragungsgebühr 10,- EUR.
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Eine GmbH kann in Montenegro von einer oder mehreren Personen innerhalb von drei Werktagen gegründet werden. Das Mindestkapital beträgt 1,- EUR, die Eintragungsgebühr 10,- EUR.
Kommanditgesellschaft (KG)
Eine KG kann von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Es ist kein Mindestkapital vorgeschrieben und die Eintragungsgebühr beträgt 10,- EUR.
Offene Handelsgesellschaft (OHG)
Eine OHG kann von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Es ist kein Mindestkapital vorgeschrieben und die Eintragungsgebühr beträgt 10,- EUR.
Rechnungslegung und Jahresabschluss
Alle Gesellschaften mit einem Umsatz von über 500.000,- EUR müssen internationalen Standards genügende Jahresabschlüsse erstellen. Die Umsetzung dieser gesetzlichen Verpflichtungen ist jedoch sehr mangelhaft und Rechungsprüfer sind schlecht ausgebildet. Die zuständigen Behörden überprüfen die Qualität von finanziellen Berichten nicht. Eine Ausnahme stellen die Berichte des Bankensektors dar.
Steuerrecht und Zollrecht im Überblick
Körperschaftssteuer
Die Körperschaftssteuer beträgt 9% und ist damit der niedrigste Steuersatz in Europa, sogar noch vor Serbien. Mit Wirkung ab August 2004 wurden Quellensteuern von 15% auf grenzüberschreitende Mietzinszahlungen und auf von nicht Ansässigen erzielte Veräußerungsgewinne eingeführt.
Einkommenssteuer
Die Einkommenssteuer beträgt 15% pauschal und betrifft Personen, die ihren gewöhnlichen Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Montenegro haben, oder sich mehr als 183 Tage im Jahr im Land aufhalten. Besteuert wird das weltweite Einkommen.
Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer
Die Mehrwertsteuer in Montenegro wurde 2003 eingeführt und beträgt 7% bis 17%. Die reduzierte Rate betrifft vor allem Nächtigungen im Tourismussektor.
Verbrauchssteuer
Verbrauchssteuern werden als fixe Eurobeträge nach komplizierten Formeln für verschiedene Produkte festgelegt.
Grunderwerbssteuer
Die Grunderwerbssteuer beträgt 0,08% bis 0,8% des Grundstückwertes.
Lokale Abgaben
Die jährlichen Grundsteuern betragen 0,2% vom Kaufpreis des Grundstückes und sie ergeben sich aus den Marktwert des jeweiligen Grundstückes. Steuerschuldner sind Firmen.
Gewerbesteuern sind bisher noch nicht eingeführt worden.
Darüber hinaus wird eine „Bausteuer“ in der Gemeinde Budva verlangt, die zwischen € 200.- und € 300.- beträgt, die sich allerdings verringert bei der Durchführung eines Joint-ventures.
Allgemeine Steuerbegünstigungen
Bereits 2004 hat Montenegro ein eigenes Gesetz über Sonderwirtschaftszonen mit Freihandel erlassen. Derzeit gibt es eine solche Zone im Hafen von Bar. Steuerbefreiungen gibt es für neu errichtete Gesellschaften (drei Jahre), neu errichtete Gesellschaften mit ausländischer Beteiligung von über 100.000,- EUR (fünf Jahre), in Sonderwirtschaftszonen (10 Jahre) und benachteiligten Regionen.
Zölle und Handelsschranken
Zolltarife betragen zwischen 0% und 30%, der durchschnittliche Satz ist 6,1%. Montenegro ist nicht Mitglied der WTO. Durch das SAA mit der EU werden die Zollschranken für Waren aus Montenegro drastisch sinken.
Abschreibungen
Abschreibungen sind auf Anlagegüter im Wert von 15 bis 20% auf den Anlagewert möglich.
Streitbeilegung
Ordentliche Gerichtsbarkeit (Gerichtsorganisation)
Das Gerichtssystem in Montenegro ist in drei Instanzen organisiert. Es gibt 15 Gerichte erster Instanz für die 21 Verwaltungsbezirke. Zwei Gerichte haben spezielle Zuständigkeit für Wirtschaftssachen. 2005 wurden Verwaltungsgerichte eingerichtet.
Schiedsgerichtsbarkeit
Nach dem Investitionsgesetz sind ausländische Investoren inländischen Investoren gleichgestellt. Ausländer werden von den lokalen Gerichten auch nicht mehr diskriminiert. Dennoch wird vom Gerichtsweg, aufgrund der langen Verfahrensdauer, abgeraten. Zwischen Montenegro und Österreich wurde bislang auch noch kein bilaterales Vollstreckungsabkommen für Gerichtsentscheidungen in Zivil- oder Handelsrechtssachen geschlossen. Es ist empfehlenswert, eine Schiedsklausel in die Verträge aufzunehmen.
Insolvenz
Insolvenzrecht
Nach dem montenegrinischen Insolvenzgesetz aus dem Jahr 2002 kann ein Insolvenzverfahren durch den Schuldner oder den/die Gläubiger eingeleitet werden wenn mehrere Bedingungen erfüllt sind:
Zahlungsverzug von 30 Tagen,
der geschuldete Betrag übersteigt einen gesetzlich festgelegten Betrag, und
der Schuldner hat in der Vergangenheit öfter Zahlungen nicht geleistet.
Es muss ein schriftlicher Antrag an das Handelsgericht gestellt werden, welches den bestellten Masseverwalter beaufsichtigt. Gläubiger müssen ihre Ansprüche innerhalb einer bestimmten Frist geltend machen, wobei Steuerschulden Vorrang zukommt.
Kapitel VII des Gesetzes regelt das Ausgleichsverfahren mit mehreren möglichen Varianten. Entweder der Schuldner oder der Masseverwalter können einen Antrag auf Ausgleich stellen.
Rechte der Sicherheiten
Hypothek (Grundbuch)
Nach dem Hypothekengesetz aus 2004 ist die Hypothek das einzige gesetzlich geregelte Grundpfandrecht. Vorgesehen ist die Möglichkeit einer gerichtlichen und einer außergerichtlichen Befriedigung. Die Eintragung der Hypothek hat konstitutive Wirkung.
Das Gesetz über die treuhändische Eigentumsübertragung sieht eine Sicherungsübereignung von unbeweglichen Sachen vor. Erworben wird dieses Sicherungseigentum durch Eintragung in die entsprechenden öffentlichen Bücher mit dem Vermerk, dass es sich um einen treuhändischen Eigentumsübergang handelt. Der Vertrag bedarf der Schriftform mit gerichtlicher Beglaubigung.
Rechte an Liegenschaften werden durch Eintragung in den Liegenschaftskataster erworben. An die Stelle des Antragsprinzips tritt die gesetzliche Pflicht zur Meldung von Rechtsänderungen. Das Register ist öffentlich.
Pfandrecht
Das kürzlich erlassene Gesetz betreffend Sicherungsübereignung von beweglichem Vermögen ermöglicht die Begründung eines besitzlosen Pfandrechtes. Der Schuldner verpflichtet sich dabei, das besicherte Vermögen in einem eigenen Verzeichnis eintragen zu lassen. Zur Besicherung können bewegliche Güter, Rechte, Anteile an Joint Ventures oder zukünftige Güter und Rechte dienen.
Arbeitsrecht
Das Arbeitsrecht in Montenegro wurde flexibilisiert und direkte Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zugelassen. Die Arbeitsverhältnisse sind durch diverse Kollektivverträge geregelt.
Der Mindestlohn beträgt 50,- EUR, der Durchschnittslohn betrug 2006 377,- EUR.
Arbeitsbewilligung
Derzeit keine Information verfügbar.
Kündigungsrecht
Arbeitsverträge können einvernehmlich oder schriftlich durch Kündigung gelöst werden. Das Gesetz sieht insgesamt zwölf Kündigungsgründe vor. Hierunter fallen unter anderem:
nach Zahlung einer Abfindung
innerhalb einer Probezeit
unberechtigter Absenz
im Zuge einer Reorganisation des Unternehmens
Sozialversicherungsbeiträge
Derzeit keine Information verfügbar.
Eigentumsvorbehalt
Die gesetzliche Regelung über den Eigentumsvorbehalt findet sich im Gesetz über Schuldverhältnisse. Der Eigentumsvorbehalt muss bereits im Vertrag vereinbart werden. Empfehlenswert ist, den Eigentumsvorbehalt im Zollverfahren ausdrücklich vermerken zu lassen, da die montenegrinische Gesetzesordnung keine Möglichkeit vorsieht, bereits für den Import verzollte Ware mittels Re-Export wieder an den ausländischen Lieferanten zurückzugeben.
Es ist daher empfehlenswert, eine Lieferung unter Eigentumsvorbehalt zu vermeiden.
Bankwesen
Die Rechtslage hinsichtlich Bankenaufsicht und Einlagensicherung entspricht weitgehend dem Standard der EU-Mitgliedsstaaten. In Montenegro dürfen Banken nur in Form von Aktiengesellschaften gegründet werden, das Mindeststammkapital beträgt 5 Mio. EUR.
Kreditfinanzierungen haben zugenommen. Fast alle Banken sind privatisiert.
Durchsetzung von Forderungen
Eine rasche Übergabe von offenen Forderungen an ein lokales Inkassobüro wird dringend empfohlen.
Verjährung
Derzeit keine Information verfügbar.
Grunderwerb
In Montenegro können ausländische natürliche und juristische Personen Grundstücke erwerben, sowohl im Zusammenhang mit einer Investition unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit, als auch für private Zwecke.
Invesitionsregime
Ausländische Investoren sind inländischen gleichgestellt. Es gibt gesetzliche Garantien gegen Enteignungen, wobei jedoch als Ausnahme zwingende öffentliche Zwecke genannt werden. Im Falle von Enteignungen muss eine angemessene Entschädigung gezahlt werden sowie eine Verzinsung einen Basispunkt über dem LIBOR.
Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen
Deutsche Staatsbürger dürfen sich bei Einreise mit einem gültigen Reisepass bis zu 90 Tage und mit einem gültigen Personalausweis bis 30 Tage ohne Visum in Montenegro aufhalten. Bei der Einreise mit einem gültigen Personalausweis wird an der Grenze ein touristischer Passierschein ausgestellt. Staatsbürger von Montenegro benötigen für die Einreise nach Deutschland ein Visum.
Devisenrecht
Es gibt keine Hindernisse für die Repatriierung von Profiten oder Vermögen. Die Einfuhr von Landeswährung (EUR) oder Fremdwährung von mehr als 2.000,- EUR muss deklariert werden.
Checkliste für Gesellschaftsgründungen in Montenegro
Gesellschaftsrecht: | Mindestkapital GmbH: 1,- EUR Mindestkapital AG: 25.000,- EUR Eintragungsgebühr 10,- EUR |
Steuern: | Einkommenssteuer 15% Mehrwertsteuer 17% (7% reduziert) Körperschaftsteuer 9% Steuerbefreiungen über 10 Jahre möglich |
Investitionen: | Gleichbehandlung von Ausländern Gesetzliche Gewährleistungen für Investitionsschutz |
Grunderwerb: | Grunderwerb unbeschränkt möglich |
Devisenrecht: | Devisenrechtliche Bestimmungen sehr liberal Keine Beschränkungen für Repatriierungen Deklarationspflicht bei Einfuhr von über 2.000,- EUR |
Arbeitsrecht: | Durchschnittseinkommen umgerechnet 377,- EUR Vielzahl an Kollektivverträgen Vielzahl von Kündigungsgründen |
Zollrecht: | Tarife im Durchschnitt etwa 6% SAA kurz vor Abschluss |
Einreise und Aufenthalt: | Mit gültigem Pass 90 Tage |
Aufbau der Verwaltung
Montenegro ist in 21 Gemeinden gegliedert, wobei Nikšić nach Fläche und Podgorica nach Bevölkerung die größten sind.
Wirtschaft
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Die Wirtschaft von Montenegro gliedert sich wie folgt:
Dienstleistungen: 45%
Industrie: 34%
Landwirtschaft: 21%
Zu den wichtigsten Bodenschätzen zählen Bauxit, Eisenerz und Braunkohle; in der Industrie gehören die Tabak-, Aluminium- und Salzverarbeitung zu den bedeutenden Produktionszweigen. In der Agrarwirtschaft werden vor allem Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Tabak, Wein, Zitrusfrüchte, Oliven und Feigen angebaut. Außerdem spielt in Montenegro der Tourismus eine entscheidende Rolle. 15 % des Bruttoinlandsproduktes werden durch ihn erwirtschaftet; Montenegro ist laut World Travel & Tourism Council (WTTC) seit Jahren unter den wachstumsstärksten drei Reiseländern weltweit.
Im Jahr 1999 wurde als Währung die Deutsche Mark eingeführt. Im Zuge der Umstellung der Deutschen Mark auf den Euro wird seit 2002 als Landeswährung der Euro verwendet. Da das Land nicht an der Europäischen Währungsunion teilnimmt, hat es nicht das Recht, eigene Euromünzen zu prägen.
Ende 2005 wurden erstmals seit 1913 wieder eigene Briefmarken herausgegeben.
Wirtschaftliche Entwicklung
Das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt ca. 300 Euro. Die Arbeitslosenquote beträgt zurzeit ca. 27%, der Anteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze liegt bei 12%.
Der Korruptionswahrnehmungsindex liegt bei 3,3, was weltweit Platz 84 ist, zum Vergleich Deutschland mit 7,8 auf Platz 16. Albanien, das Nachbarland, liegt bei 2,9 und damit auf Platz 105, Quelle Transparency International.
2006 betrug das reale Wachstum über 5,5%. Insbesondere Maschinenbau und Tourismus erzielten starke Zuwächse. Die Industrieproduktion hingegen ging auf Grund von Problemen in zwei der großen Industriekomplexe des Landes, der Kohlemine in Pljevlja und dem Stahlwerk Niksic etwas zurück. Robuste Inlandsnachfrage bei gleichzeitig schwachen Exporten und ein dadurch bedingtes Handelbilanzdefizit von 34,2% vergrößerte das Leistungsbilanzdefizit 2005 auf 12,2% des BIP. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch hoch. Dies betrifft vor allem die 15- bis 24-jährigen, von denen beinahe 60% arbeitslos sind.
Der Inflationsdruck ist relativ gering. Montenegro hat unilateral den Euro als offizielle Währung eingeführt. 2005 stieg das Budgetdefizit, begünstigt durch die Privatisierungserlöse etwas an. Im Juli 2006 erzielte Montenegro eine Einigung mit Serbien über die Aufteilung der finanziellen Rechte und Verbindlichkeiten nach der Trennung.
Die Privatisierung der Telekom Montenegro, von Podgorica Aluminium und Podgoricka Banka trug zu Rekorddirektinvestitionen bei und erreichte 173 Mio. EUR in der ersten Hälfte des Jahres 2006. Die Kehrseite der sehr investitionsfreundlichen Politik des Landes ist, dass bereits 30% der GDP durch Unternehmen erzielt werden, die unter Kontrolle eines einzigen Investors, Oleg Deripaska, stehen.
Die Kaufkraft liegt 2007 bei € 3.227 pro Kopf der Bevölkerung, wobei Montenegro neben den baltischen Staaten zu einem der vier Aufsteiger gehört. Die Region Serbien-Montenegro hat sich vom 32. Platz im Jahr 2006 auf den 30. Platz hervorgearbeitet, so die Studie der GfK.
Bildungsstand
Der Bildungsstand, von der allgemeinen Alphabetisierung bis zu den Englischkenntnissen variiert in Serbien-Montenegro extrem. Generell ist die Gesamtbevölkerung eher wenig gebildet. Andererseits sind jene mit durchschnittlicher oder gar besserer Bildung im internationalen Vergleich sehr solide bis ausgezeichnet ausgebildet.
Schulabschlüsse
Die Bevölkerung der Republik Serbien (ohne Provinz Kosovo und Metochien) im Alter von über 15 Jahren hat zu folgenden Anteilen die folgende Bildung:
5% ohne Schulbildung
13% Volksschulbesuch ohne Abschluss (in Jugoslawien waren lange Zeit nur 4 Jahre Schulbesuch Pflicht).
20% Volksschulabschluss
34% Berufsschul- bzw. Fachschulabschluss
10% Abschluß einer höheren Schule bzw. Hochschule
2,5% sind nicht erfasst/unbekannt, die restlichen 15,5 Prozent sind unter 15 Jahre alt. Der relativ niedrige Anteil der Absolventen höherer Schulen und von Hochschulen liegt zum erheblichen Teil an der häufigen Auswanderung hochqualifizierter Serben. So wurde im Jahr 2003 zum Beispiel eine Vereinigung serbischer Elektroingenieure der USA gegründet - die Vereinigung hatte kurz nach Gründung bereits ca. 1000 Mitglieder.
PISA-Studie II
Serbien nahm bei PISA II erstmals an der Studie teil und belegte die Plätze 33, 36 und 34 (von insgesamt 40) - vor Ländern wie der Türkei, Mexiko, Brasilien oder Indonesien. Andererseits erringen serbische Schülerdelegationen bei internationalen Schülerwettkämpfen, vor allem im Bereich Mathematik, regelmäßig vordere Plätze. So haben, nur zum Beispiel, bei der Schüler-Mathematik-Olympiade im Jahre 2005, welche in Mexiko ausgetragen wurde und an der Mannschaften aus über 100 Ländern der Welt teilnahmen, drei der sechs teilnehmenden Schüler aus Serbien-Montenegro jeweils Bronze-Medaillen geholt.
Englisch-Kenntnisse
Internationale Vergleichsstudien, wie etwa eine Studie der Gallup International Inc. von 2004, haben ergeben, daß der Anteil der jüngeren Städter mit Englisch-Kenntnissen in Serbien-Montenegro am höchsten in ganz Mittel- und Südosteuropa liegt. Dies scheint in Anbetracht der generell niedrigen Bildung der Gesamtbevölkerung und der hohen Analphabetenrate in Serbien-Montenegro merkwürdig, ist aber wahrscheinlich mit der politischen Situation seit 1991 zu erklären: Jüngere Leute haben ihren täglichen Informationsbedarf über Jahre hinweg massenweise über CNN, BBC (Satellitenfernsehen) und sonstige englischsprachige Medien gedeckt. Außerdem haben die für den serbischen Schulunterricht traditionellen Fremdsprachen Russisch, Deutsch und Französisch in den letzten 15 Jahren ebenfalls stark zugunsten von Englisch an Boden verloren.
Analphabetentum
Der Anteil der Analphabeten in Serbien-Montenegro liegt bei geschätzten 7-8% der Bevölkerung.
Andererseits sind solche Schätzungen im Falle Serbien-Montenegros mit Vorsicht zu genießen, da in Serbien-Montenegro zwei Alphabete (lateinisch und kyrillisch) gleichzeitig in Gebrauch sind. Ältere Serben beherrschen häufig nur die kyrillische Schrift, während z.B. ältere Ungarn häufig nur die lateinische Schrift beherrschen. Im Resultat handelt es sich in beiden Fällen um “Halb-”Analphabeten.
Analphabetismus ist in Serbien-Montenengro vor allem an das Alter, aber auch an den sozialen Status, das Geschlecht (bei Frauen höher als bei Männern), die jeweilige Region (teilweise sind entlegene Dörfer beinahe komplett von Analphabeten bewohnt), die Religion (bei Protestanten am niedrigsten) und die Volkszugehörigkeit (bei bestimmten Minderheiten stark ausgeprägt) gebunden.
Der Großteil der Analphabeten (gut zwei Drittel) ist über 60 Jahre alt. Die Analphabetenrate liegt bei Frauen mit 11,1% deutlich über dem Durchschnitt. Nach Volkszugehörigkeit betrachtet liegt die Analphabetenrate bei den Slowaken in der Vojvodina am niedrigsten (1,4%), bei orthodoxen Serben liegt sie etwa im Durchschnitt (6,8%), bei moslemischen Serben bzw. Bosniaken (9,5%) und den Kosovo-Albanern (12,4%) über dem Durchschnitt und bei den Roma ist sie am höchsten (26,7%). (Quelle: Republika, Nr. 161, 1997).
Medizinische Betreuung
Das nächste Krankenhaus zur medizinischen Betreuung der Urlauber befindet sich in Bar. Ärzte und Zahnärzte sind ausreichend vorhanden und würden die Grundbedürfnisse der Urlauber abdecken.
Kommunikationswesen
Das Kommunikationswesen entspricht westlichen Standard, bezogen auf den Mobilfunk. Es gibt eine ausreichende Anzahl von Festnetzstationen.
Im Land sind zurzeit 31 Radio- und Fernsehstationen tätig, so dass von einer Pluralität der Meinungsbildung auszugehen ist.
Kultur
Die Bucht und Region von Kontor, sowie der Nationalpark von Durmitor sind in die Liste der Welterbekulturstätten aufgenommen worden.
Klima
Das Klima in Montenegro ist mediterran und mild, die Vegetation subtropisch. Im Sommer werden an der Adriaküste Mittelmeertemperaturen erreicht. Der Winter an der Küste ist mild und ohne Schnee und der Sommer trocken und heiß. Der Herbst ist meist sehr mild und der Frühling beginnt oft sehr früh.
Im Hinterland Montenegros herrscht eher Kontinentalklima mit Schneefall im Winter.
Naturschätze, Nationalparks und Jagdgebiete
Serbien, Montenegro und die Srpska bieten die größte Naturvielfalt Europas: Hier leben etwa 80% aller europäischen Vogelarten (hier befinden sich auch einige der größten europäischen Vogelreservate), 70% aller europäischen Säugetierarten, Schmetterlinge, sonstiger Insekten und Krebse und über 50% der Süsswasserfischarten.
Besonders in Montenegro ist die Pflanzenvielfalt erstaunlich groß - auf gerade mal 0,14% der Fläche des europäischen Kontinents, findet man etwa 25% aller in Europa vorhandenen Pflanzenarten. In Serbien stehen 490 Tierarten, 380 Pflanzenarten und zusätzlich über 100 Pilzarten unter Naturschutz.
Es ist deshalb kaum verwunderlich, daß in Serbien und Montenegro einerseits 9 Nationalparks, 4 international geschützte Feuchtgebiete und eine Reihe weiterer nationaler Naturschutzgebiete zu finden sind, andererseits Serbien, Montenegro und die Srpska aber auch zu den begehrtesten Zielen für Jäger in Europa gehören.
Serbien, Montenegro und die Srpska bieten dem Besucher mehrere Nationalparks und Naturschutzgebiete zur Auswahl: im Nationalpark Tara befindet sich der tiefste und längste Canyon Europas, im Naturschutzgebiet Deliblatska Pescara befindet sich die größte Dünenlandschaft Europas, im Nationalpark Djerdap befindet sich die größte Flußklippenlandschaft Europas, der Nationalpark Skadarsko Jezero ist das größte Pelikanreservat Europas und der Nationalpark Sara stellt die größte Bergauenlandschaft in Europa dar.
Für Jäger bietet sich in Serbien, Montenegro und der Srpska eine breite Auswahl - im Lande können neben Fischen, Geflügel oder Rotwild in begrenztem Masse auch Wölfe und sogar Braunbären gejagt werden. Allein die Republik Serbien verfügt über 67 Jagdgebiete.
Nationalparks und geschützte Gebiete in Serbien, Montenegro und der Srpska: Fruska Gora, Djerdap, Kopaonik, Tara, Sar Planina, Durmitor, Biogradska Gora, Lovcen, Skadarsee, Carska Bara und Deliblatska Pescara.
Umweltstandards
Internationale Abkommen, Gesetze und nationale Projekte des Naturschutzes werden umgesetzt. Das Naturschutzgesetz der Republik von Montenegro liegt bereits verabschiedet vor. Die FFH- Richtlinie der Europäischengemeinschaft wird ebenfalls beachtet.
Seit 2006 ist dies in einem „Leitfaden für Investitionen und Entwicklung der wesentlichen Industrien von Montenegro“ nachlesbar.
Ein entsprechender Internet-Auftritt wird eingerichtet.
Markt- und Branchenanalyse
Der Boom der internationalen Tourismusbranche ist ungebrochen. Es wurden 2006 über 800 Millionen Ankünfte international registriert. Die Zunahme liegt 5,5 % über der durchschnittlichen Wachstumsrate der letzten Jahre. Auch wird die Tourismusentwicklung zunehmend resistenter gegenüber äußeren Einflüssen wie Terroranschlägen, Treibstoffpreiserhöhungen und Umweltkatastrophen. Weltweit gesehen ist Europa was die Entwicklung der Marktanteile betrifft mit 55 % Anteil führend.
Bis jetzt wird in Montenegro erst 15 % des Bruttoinlandsproduktes durch den Tourismus erwirtschaftet. Ziel der Regierung ist, diesen Anteil in den nächsten Jahren erheblich zu steigern. Der Tourismus soll den Schwerpunkt der zukünftigen Landesentwicklung bilden.
Wie bereits im Vorfeld erwähnt, verfügt das Land über eine große Anzahl touristischer Ressourcen, die entsprechend genutzt werden müssen. Bedingt durch den Balkankrieg lagen die gesamte Wirtschaft und somit auch der Tourismus am Boden. Dadurch hat das Land den Anschluss an die internationale Entwicklung verloren. Dieser Anschluss soll nun in kürzester Zeit hergestellt werden.
Das Nachbarland Kroatien hat die Kriegsfolgen etwas besser überstanden. Das liegt jedoch auch daran, dass es schon vorher touristisch besser entwickelt war. Es ist daher auch viel an alter Bausubstanz im Hotelbereich erhalten geblieben. Das kann auf lange Sicht ein Nachteil sein. Kroatien setzt auch jetzt wieder mehr auf den Preiswert-Tourismus, während sich Montenegro für die Zukunft in die höhere Kategorie absetzen will. Schon jetzt sind die Immobilienpreise in Montenegro höher als in Kroatien.
Bis jetzt kommen auch noch viele Touristen mit knapperem Budget vor allem zur Hauptsaison an die Strände Montenegros.
Eine deutliche Absetzung in das obere Touristik-Segment wird von der Landesregierung angestrebt.
Somit liegt unser Bauvorhaben voll im Trend und wird für die Entwicklung des gesamten Landes ein Motor sein.
Stand: 08-08-23